Kindesentführung in Eichenau: Unbekannte nehmen den Sohn eines Mannes mit. Mögliches Motiv: Ein Sorgerechtsstreit.
Vor Gericht streiten die Eltern eines eineinhalbjährigen Kindes offenbar schon länger um das Sorgerecht, gestern Abend hat eine Partei nun anscheinend versucht, in Eichenau mit Gewalt Fakten zu schaffen. Der Vater des Buben, so berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern Nord, wurde jedenfalls gestern um 17.15 Uhr in seinem Wohnort mit Pfefferspray oder einer ähnlichen chemischen Waffe angegriffen, das Kind wurde in einem Auto mitgenommen.
Über Motiv und genauen Tathergang wusste die Polizei gestern Abend selbst noch wenig, da sich der angegriffene Vater in ärztlicher Behandlung befand und nicht vernommen werden konnte. Der Hintergrund der Tat ist nicht bekannt, nach der Alarmierung ging die Polizeiinspektion Olching zunächst von einem Fall von Kindsentzug oder Kindsentführung aus und leitete sofort eine Fahndung nach dem Fahrzeug ein, zu dem es aber keine genaue Beschreibung gab.
Polizeibeamte kontrollierten Autofahrer in der Umgebung, unter anderem an der Bundesstraße 471 und an der B2, zahlreiche Streifenwagen waren im Einsatz. Von dem kleinen Kind und den Personen, die ihn seinem Vater entrissen, fehlte aber bis zum späten Abend jede Spur.
Nach bisherigen Informationen des zuständigen Polizeipräsidiums lebt die Mutter des Kindes in Frankreich. Das Sorgerecht für den Buben teilen sich die beiden Eltern derzeit noch, laut Polizei gibt es darüber aber bereits eine Auseinandersetzung vor Gericht. Ob die Mutter veranlasst hat, dem Vater das Kleinkind wegzunehmen und wer in dem Auto saß, aus dem der Eichenauer unweit seiner Wohnung angegriffen wurde, war vor dessen Vernehmung nicht bekannt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann erst am heutigen Mittwoch vernommen werden kann. Nach ersten, noch ungesicherten Informationen, befanden sich mehrere Personen in dem Auto.
Ob eine Straftat vorliegt, die über Körperverletzung des Vaters hinaus geht, ist derzeit offen. Dass es sich um eine Entführung handelt, scheint nach den ersten Erkenntnissen der Polizei jedoch nicht wahrscheinlich, offen ist nach den Worten des Präsidiumssprechers aber auch, ob es sich bei dem Vorfall im rechtlichen Sinne um einen "Kindsentzug" handelt. Dafür müsse erst der Sorgerechtsstreit genauer beleuchtet werden. "Der Informationsgrad ist immer noch sehr unsicher", sagte ein Polizeisprecher kurz vor Redaktionsschluss.
(SZ vom 18.08.2010/jab)
Bitte warum zensieren Sie alle meine Beiträge?
Der Vater wohnt in Bayern, die Mutter in Frankreich. Sorgfältiger Journalismus setzt sich damit auseinander, und zensiert nicht den, der nach dem kulturellen Background fragt.
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Erinnert stark an die Entführung eines Arztes aus Lindau nach Frankreich 2009. Französische Privatjustiz hat sich damals durchgesetzt.
Der Mann sieht sein Kind vermutlich nie wieder, wenn es erst jenseits des Rheins ist.
Ich bin mir sicher das entführte Kind wird sehr rational und gefasst die Sache ansehen und wird dann auch differenzieren ob es jetzt entführt wurde oder odernicht!
So ein Schwachsinn!Sollte ein Elternteil das Kind entführt haben,sollte klar sein wer das Sorgerecht bekommt.
Angenommen die Mutter hjat ihr Kind entführen oder auch "nicht entführen" lassen,so ist es immer noch Aufgabe des Staates Urteile,wenn sie dennn bestehen,durch zu setzen.
Und ist nicht das Recht einer Privatperson.
Verlierer der ganzen Geschichte ist wie immer auf jeden Fall das Kind.