Berliner Mädchen von Mutter ins Ausland verschleppt Luna (9) nach 1888 Tagen wieder zu Hause

Berliner Mädchen von Mutter ins Ausland verschleppt: Luna (9) nach 1888 Tagen  wieder zu Hause!

Von der Mutter verschleppt Vom Vater zurückgeholt

Kreuzberg am Montagabend: Peter Tinnemann (43) und seine Tochter Luna (9) bei ihrer Ankunft

Foto: Fabian Matzerath
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12.07.2011 — 23:46 Uhr
Von D. RIEDEL und F. MATZERATH (Fotos)

Berlin – Das Drama um die entführte Luna (9) ist beendet!

Abends in Kreuzberg: Charité-Arzt Peter Tinnemann (43) fährt mit dem Auto vor sein Haus, steigt aus – mit seiner Tochter. Die Neunjährige trägt einen Schlapphut und einen bunten Rucksack. Sie ist endlich wieder zu Hause.

IHR VATER HOLTE SIE NACH 1888 TAGEN ZURÜCK NACH BERLIN!

Rückblick: Vor über fünf Jahren verschleppt ihre Mutter Rosamaria B. (44) das Mädchen nach Guatemala, später nach Andorra. Dort spürt Tinnemann die beiden vor drei Monaten auf. Seitdem sitzt die Psychiaterin in Haft. Aber die Behörden in Andorra weigern sich, das Kind an den Vater zu übergeben, stecken es in ein Heim.

Immer wieder fliegt der Mediziner in den Zwergenstaat zwischen Frankreich und Spanien, Diplomaten bemühen sich um Lunas Heimkehr – ohne Erfolg.

Bei einem erneuten Besuch am vergangenen Wochenende die dramatische Wende! Bei einem Treffen ergreift Tinnemann die Chance, flieht im Mietwagen mit Luna nach Frankreich. „Das war spontan. Nach all den Wochen im Heim musste ich Luna da einfach rausholen“, sagt ihr Vater.

An der Grenze zu Frankreich wird der Charité-Arzt durchgewinkt, von dort aus fahren sie weiter nach Deutschland. „Luna hat die lange Reise entspannt durchgestanden. Trotzdem braucht sie jetzt erst mal Ruhe“, sagt der 43-Jährige.

Das Fürstentum droht dem Berliner mit rechtlichen Schritten, will Interpol einschalten. Ein Justizsprecher: „Andorra ist ein souveräner Staat. Gerichtliche Entscheidungen müssen akzeptiert und eingehalten werden.“ Dem Auswärtigen Amt ist davon aber noch nichts bekannt. Und von der deutschen Justiz hat der Familienvater nichts zu befürchten – der Arzt hat das Sorgerecht für das Mädchen, gegen kein Gesetz verstoßen.

Nach den Jahren auf der Flucht spricht die Neunjährige kein Deutsch mehr. Ihre Familie will Luna jetzt helfen, sich ganz schnell in ihrem neuen Zuhause einzuleben.

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